BERND HESSE

Schriftsteller · Literaturwissenschaftler · Jurist

Durch die Hölle

Wahre Kriminalfälle

Bernd Hesse

Durch die Hölle – Wahre Kriminalfälle

Verlag Das Neue Berlin, Berlin 2019

Mit Durch die Hölle – Wahre Kriminalfälle setzte Bernd Hesse die mit Die Hinrichtung begonnene Reihe authentischer Kriminalfälle im Verlag Das Neue Berlin fort. Wieder stammen die Geschichten aus der unmittelbaren Nähe strafrechtlicher Praxis. Doch geht es nicht allein um Tat, Ermittlung und Urteil.

Hesse folgt den Lebenswegen der Beteiligten und fragt danach, wie Menschen in Situationen geraten, an deren Ende eine Strafakte steht. Das Buch führt dabei vom scheinbar geordneten Alltag „ganz normaler Bürger“ bis in die Welt organisierter Kriminalität und des Rotlichtmilieus.

Durch die Hölle im Verlagskatalog
Ankündigung von Durch die Hölle im Verlagskatalog.
Durch die Hölle im Verlagskatalog
Vorstellung des Buches im Programm des Verlages Das Neue Berlin.

Der Band versammelt drei große Geschichten: „Sieben Leben“, „Der Jurastudent, der seine Eltern zerstückelte“ und die titelgebende Geschichte „Durch die Hölle“.

Sieben Leben

Schon die erste Geschichte zeigt, dass ein tatsächlicher Kriminalfall sehr viel komplizierter sein kann als die knappe Bezeichnung einer Tat. Eine ältere Frau wird von einem Verwandten angegriffen. Der Täter glaubt zeitweilig, sie bereits getötet zu haben, versucht die vermeintliche Leiche zu beseitigen – und gerade die weiteren Handlungen führen schließlich zum Tod.

Für den Strafverteidiger stellt sich damit eine ungewöhnliche Frage: Wie sind mehrere aufeinanderfolgende Handlungen strafrechtlich zu beurteilen, wenn sich die Vorstellung des Täters über Leben und Tod seines Opfers während des Geschehens verändert?

Gerade solche Fälle zeigen den besonderen Blickwinkel des Buches: Nicht die spektakuläre Tat allein interessiert, sondern das, was anschließend im Strafverfahren aus ihr wird – Geständnis, Beweisaufnahme, Verteidigungsstrategie und die juristische Bewertung eines Geschehens, das sich nicht ohne Weiteres in ein einfaches Schema pressen lässt.

Buchpremiere von Durch die Hölle in der Buchhandlung Ulrich von Hutten
Buchpremiere in der Buchhandlung Ulrich von Hutten in Frankfurt (Oder). Foto: Ricarda Heidemann.
Bernd Hesse bei der Buchpremiere von Durch die Hölle
Bei der Buchpremiere von Durch die Hölle. Foto: Ricarda Heidemann.

Die Buchpremiere fand in der Buchhandlung Ulrich von Hutten in Frankfurt (Oder) statt. Sie bildete den Auftakt zu zahlreichen Veranstaltungen, bei denen Bernd Hesse aus dem Band las und zugleich über die Hintergründe der Fälle und die Arbeit eines Strafverteidigers berichtete.

Zeitungsartikel Schicksale zwischen Aktendeckeln über Bernd Hesse und Durch die Hölle
„Schicksale zwischen Aktendeckeln“ – Pressebericht über Bernd Hesse und Durch die Hölle.

Auch die Presse nahm das Erscheinen zum Anlass, nicht nur das Buch, sondern den Strafverteidiger und Schriftsteller an seinem Arbeitsplatz vorzustellen. Der Titel „Schicksale zwischen Aktendeckeln“ trifft dabei einen wesentlichen Gedanken dieser Bücher: Hinter den Akten stehen Menschen und Lebensgeschichten.

Der Jurastudent, der seine Eltern zerstückelte

Die zweite große Geschichte führt besonders tief in eine familiäre Tragödie. Ein hochintelligenter Jurastudent tötet seine Eltern und zerstückelt anschließend deren Leichen. Hinter der zunächst kaum fassbaren Tat wird im Prozess eine Familie sichtbar, die über Jahre immer stärker in Isolation geraten war.

Der psychiatrische Sachverständige beschreibt eine geradezu festungsartige Abschottung gegenüber einer als feindlich empfundenen Außenwelt. Gefühle werden kaum gezeigt, Kommunikation und soziale Kontakte verkümmern. Nachbarn schildern später ein Familienleben, das wie ein Leben in einem Gefängnis gewirkt habe.

Damit erzählt das Kapitel nicht nur von einem Doppelmord. Es fragt danach, welche Vorgeschichte einer solchen Tat vorausgeht und was ein Strafprozess über familiäre Strukturen sichtbar machen kann, die Außenstehenden zuvor weitgehend verborgen geblieben waren.

Buchempfehlung von Henry-Martin Klemt zu Durch die Hölle
Buchempfehlung des Schriftstellers Henry-Martin Klemt.
Buchempfehlung von Henry-Martin Klemt zu Durch die Hölle
Henry-Martin Klemts Empfehlung von Durch die Hölle.

Das Buch fand auch außerhalb klassischer Rezensionen Beachtung. Der Schriftsteller Henry-Martin Klemt empfahl den Band. Gerade solche Reaktionen lenkten den Blick darauf, dass diese Texte zwar aus der Welt des Strafrechts stammen, zugleich aber Geschichten über Menschen in extremen Lebenssituationen erzählen.

„Durch die Hölle“ – die titelgebende Geschichte

Den größten Raum nimmt schließlich die Geschichte ein, die dem gesamten Buch seinen Titel gibt. Sie beginnt bemerkenswerterweise im alltäglichen Kanzleibetrieb: mit einem Gerichtsbeschluss über die Bestellung Bernd Hesses zum Zeugenbeistand. Aus diesem zunächst unspektakulären anwaltlichen Auftrag entwickelt sich der Blick in eine ganz andere Welt.

Im Mittelpunkt steht die junge Nancy. Ihr Weg führt immer tiefer in das Rotlichtmilieu und schließlich in die Abhängigkeit von Menschen, die ihre Verletzlichkeit ausnutzen. Was zunächst wie das Versprechen von Freiheit, Liebe und Selbstbestimmung erscheint, wird zur Falle.

Die Geschichte führt weiter zu Zuhälterei, Freiheitsberaubung und Ermittlungen gegen Personen aus dem Umfeld organisierter Kriminalität. Später werden Erkenntnisse des Falles auch für weitergehende Ermittlungen des Landeskriminalamtes Berlin genutzt.

Gerade hier erklärt sich der Titel Durch die Hölle: Das Strafverfahren bildet nur einen Ausschnitt einer viel längeren Geschichte von Abhängigkeit, Gewalt und dem Versuch, das eigene Leben wieder in die Hand zu bekommen.

Im Fernsehen

Eine besondere Resonanz erfuhr das Buch im Fernsehen. In der rbb-Sendung „Täter – Opfer – Polizei“ wurde nicht allein Durch die Hölle vorgestellt. Bernd Hesse berichtete zugleich als Strafverteidiger über seine Arbeit und über die tatsächlichen Fälle hinter seinen Büchern.

Bernd Hesse bei Täter Opfer Polizei
Bernd Hesse in „Täter – Opfer – Polizei“.
Bernd Hesse bei Täter Opfer Polizei
Im Gespräch über authentische Kriminalfälle.
Durch die Hölle bei Täter Opfer Polizei
Durch die Hölle bei „Täter – Opfer – Polizei“.

Auch bei „zuhause in berlin & brandenburg“ wurde das Buch einem größeren Fernsehpublikum präsentiert. Damit rückte immer stärker jene Verbindung in den Mittelpunkt, die die Reihe prägt: die unmittelbare Erfahrung aus der Strafverteidigung und ihre literarische Verarbeitung.

Bernd Hesse bei zuhause in Berlin und Brandenburg
Bernd Hesse bei „zuhause in berlin & brandenburg“.
Bernd Hesse mit Durch die Hölle bei zuhause in Berlin und Brandenburg
Vorstellung von Durch die Hölle im Fernsehen.

Ein Buch auf Reisen

Vor allem aber wurde Durch die Hölle zu einem Buch der Begegnung mit den Leserinnen und Lesern. Bernd Hesse stellte es bei Dutzenden Lesungen in Buchhandlungen, Bibliotheken und anderen Kultureinrichtungen vor.

Viele davon waren Häuser, in denen er regelmäßig zu Gast ist – darunter die Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder), die Ulrich-Plenzdorf-Bibliothek in Seelow sowie Berliner Bibliotheken. Die hier gezeigten Bilder können deshalb nur einige Beispiele aus der großen Zahl der Veranstaltungen dokumentieren.

Bernd Hesse beim zehnten Krimi-Marathon in Berlin
Beim 10. Krimi-Marathon in Berlin.
Lesung von Bernd Hesse beim zehnten Krimi-Marathon in Berlin
Lesung aus Durch die Hölle beim 10. Krimi-Marathon in Berlin.

Eine der zahlreichen Stationen war der 10. Krimi-Marathon in Berlin. Auch dort verband die Lesung Passagen aus dem Buch mit Einblicken in die Hintergründe der tatsächlichen Strafverfahren.

Bernd Hesse bei einer Signierstunde auf der Leipziger Buchmesse
Signierstunde auf der Leipziger Buchmesse.
Bernd Hesse auf der Leipziger Buchmesse
Begegnungen mit Leserinnen und Lesern auf der Leipziger Buchmesse.

Auf der Leipziger Buchmesse begegnete Bernd Hesse seinen Leserinnen und Lesern bei Signierstunden und Gesprächen über das Buch.

Lesung von Bernd Hesse im SeeCampus Niederlausitz
Lesung im SeeCampus Niederlausitz.
Bernd Hesse bei einer Lesung im SeeCampus Niederlausitz
Bernd Hesse bei der Lesung im SeeCampus Niederlausitz.

Auch die Lesung im SeeCampus Niederlausitz steht exemplarisch für die zahlreichen Veranstaltungen. Bei diesen Abenden ging es regelmäßig um mehr als das Vorlesen einzelner Passagen: Die tatsächlichen Fälle eröffneten Gespräche über Schuld und Strafe, Täter und Opfer, die Tätigkeit des Strafverteidigers und darüber, was sich hinter der oft nüchternen Sprache einer Gerichtsakte verbirgt.

Durch die Hölle wurde damit nicht nur die Fortsetzung der Reihe authentischer Kriminalfälle. Das Buch führte Bernd Hesse zu zahlreichen Lesungen, Gesprächen und Fernsehauftritten und brachte einem breiten Publikum jene Geschichten nahe, die gewöhnlich hinter den Türen von Kanzleien und Gerichtssälen verborgen bleiben.

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